Verdächtiger von Polizei in Paraguay gefoltert
Die Polizeichefin der Dienststelle Nr. 16 von GuayaybÃ, Inspektorin Virginia Villar Burgos, setzte einen jungen Mann von 20 Jahren schweren Folterungen aus.
Das Opfer, Andrés Ramón Rotela Acosta, wurde entkleidet und auf einen Armeisenhaufen gesetzt. Als Strafe dafür, dass er angeblich in ein Privathaus eingedrungen und die Hauseigentümerin misshandelt haben soll. Die Polizeibeamtin war bereits durch andere, ihr zur Last gelegten Misshandlungen aufgefallen.
Der junge Mann, Andrés Ramón Rotela Acosta, wohnt in der Straße Primera LÃnea, Chachi, in der Ortschaft GuayaybÃ. Nach seiner Aussage befand er sich am Montag, dem 22. März in seinem Haus, als eine Gruppe Uniformierter, angeführt von der Dienststellenleiterin, Inspektorin Virginia Villar Burgos, sein Haus stürmte. Die Frau ordnete seine Begleitung in die Polizeidienststelle an. Dort angekommen klärte man ihn darüber auf, dass er wegen einer Anzeige festgenommen sei. Im Anschluss daran begann die Folter. Die Chefin selbst entkleidete ihn und zwang ihn dazu, sich eine halbe Stunde lang auf ein Ameisennest zu setzen, was sich auf dem Gelände der Polizeistation befindet.
Das Opfer sagt weiter aus, dass er, nachdem er weitere Misshandlungen erdulden musste, in die Polizeidienststelle Nr. 8 von San Estanislao überführt wurde, um der örtlichen Staatsanwaltschaft zur Verfügung zu stehen. Vorgestern endlich, in den frühen Morgenstunden, ordnete die Staatsanwältin Rosa Talavera seine Freilassung an.
Rotela erklärt, man habe ihn ohne jegliche Beweisführung verhaftet und ungerechtfertigt gefoltert. Aus diesem Grunde werde er die Inspektorin Villar anzeigen, die ihn so unverantwortlich behandelt habe.
Er erklärte weiter, dass er in keinem Moment damit gerechnet habe, dass man derart „übertrieben“ gegen seine physische Integrität vorgehen könnte.
“Man riss mir die Kleidung vom Leib. Anschließend musste ich mich auf ein Ameisennest setzen. Ich glaubte zunächst an einen Scherz merkte jedoch schnell, dass alles bitterer Ernst war. Ich war vollkommen nackt und saß bereits auf dem Ameisennest, als die Polizeichefin ein Kabel brachte. Sie band es um meine Geschlechtsteile und das andere Ende an ein Stück Holz. Alles geschah unter dem Befehl der Polizeichefin. Sie hatte eine Kamera, womit sie das Geschehen fotografierte, während alle lachten“.
Der Körper des Misshandelten wies Tausende von Ameisenstichen auf, weshalb die Staatsanwaltschaft eine ärztliche Untersuchung anordnete, um den Gesundheitszustand des Opfers zu untersuchten.
Es ist nicht das erste Mal, dass die Uniformierte diese Art von Misshandlungen ausübt. Unter den diversen bekannten Fällen befindet sich der Lehrer Pablo Ruiz, aus Almeida, Distrikt GuayaybÃ, verhaftet am 22. März 2002 wegen angeblichem Kindesmissbrauch. Der Lehrer beschuldigt Villar, sie habe ihn mit Schlägen ins Gesicht, in die Genitalien und andere Körperteile traktiert.
Der schlimmste Fall jedoch, ist der Fall Eseer Arhens Ocampos (24), der einen Schuss in den Kopf und einen weiteren in den linken Schenkel erhielt, beide abgefeuert von Villar. Der junge Mann ist seither komplett gelähmt.
Zahlreiche ähnliche Fälle kamen aus Angst der Opfer vor Repressalien nicht zur Anzeige. Außerdem sagen viele der Opfer aus, dass die Akten der bekannten Fälle unbearbeitet in den Schreibtischen der Staatsanwaltschaften liegen.
Pressevertreter versuchten mit der beschuldigten Frau zu sprechen, jedoch hieß es auf ihrer Dienststelle, sie sei auf einem Kurs in der Hauptstadt, um sich für einen höheren Dienstgrad zu qualifizieren.
Offiziell darf in Paraguay nicht gefoltert werden. Inoffiziell jedoch, wie dieser neuerliche Fall beweist, ist die Folter auf Polizeistationen und in Gefängnissen eine gängige Methode um Geständnisse zu erzwingen oder “Bestrafungen” durchzuführen.
Dieser Fall ist keineswegs die isolierte Handlung einer Person, die ihre Machtstellung missbraucht. Fast täglich berichten die Medien über Folterungen und sexuelle Misshandlungen an „verdächtigen“ Personen. Die Dunkelziffer ist enorm. Journalisten, die über diese Fälle berichten wollen, werden bei ihren Recherchen behindert und genauso bedroht wie die Opfer.
Politiker geben sich empört, wenn wieder einmal ein Fall an die Öffentlichkeit gerät, gehandelt wird allerdings nicht.
Heute wurde bekannt, dass sich die Folterinspektorin einer psychologischen Behandlung unterziehen soll. Die Kosten hierfür trägt vermutlich der Staat. Die Frage ist, wer wohl für die Linderung der Qualen der Opfer aufkommt?











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