Kinderpornographie auch in Paraguay
Immer mehr Pädophile versuchen ihre verbotenen Neigungen in Entwicklungsländern zu befriedigen, da sie das Risiko einer Strafverfolgung für gering einschätzen. Auch skrupellose Geschäftemacher aus der Porno-Industrie missbrauchen vorzugsweise Kinder aus den sogenannten armen Ländern, die ihnen quasi auf dem Tablett serviert werden.
Als vor etwas mehr als einem Jahr zwei „Geschäftsmänner“ aus der Schweiz, die in ihrem Gepäck kinderpornographisches Filmmaterial außer Landes schaffen wollten, am internationalen Flughafen Pettirossi von Paraguay verhaftet wurden, ging ein Aufschrei durch die Bevölkerung.
Nur wenige Monate später wurden von Polizeikräften 29 (!) Säuglinge im letzten Moment gerettet, die von einem italienischen Filmteam für pornographische Aufnahmen missbraucht werden sollten, wie die Zeitung Publicó Hoy aus Encarnación, im Süden Paraguays, berichtete. Keines der Babys war älter als 9 Monate. Die Befreiungsaktion wurde von einem T.V.-Team unter der Leitung von Eva Giberti begleitet, die die Sendung „Opfer Gegen Gewalt“ moderiert. Diese Sendung, die regelmässig ausgestrahlt wird, wurde vom Ministeriums für Justiz, Sicherheit und Menschenrechte ins Leben gerufen, um die Bevölkerung zu sensibilisieren.
In der gleichen Sendung wurde ebenfalls die Befreiungsaktion jugendlichen Paraguayer gezeigt, die gegen ihren Willen über die Brücke Encarnación-Posadas nach Argentinien entführt werden sollten, um dort als Sex-Sklaven in verschiedenen Provinzen zu dienen.
Die sexuelle Ausbeutung wird als fundamentale schwere Verletzung der Rechte der Kinder geahndet und man versteht darunter den Missbrauch durch erwachsene Personen und die dafür geleisteten Zahlungen von Geldbeträgen oder anderen Wertgegenständen. Die Gründe, weshalb besonders Kinder in den Entwicklungsländern davon betroffen sind, werden mit extremer Armut, sozialer Ausgrenzung und fehlendem Schutz durch amtliche Stellen angegeben.
Der unbedarfte Autofahrer, der sich an der roten Ampel stehend, von Kindern die Scheiben waschen lässt oder ihnen eine Zeitung abkauft ahnt vermutlich nicht die Gefahr, welcher diese Kinder tagtäglich ausgesetzt sind. Sie alle sind potentielle Opfer und Freiwild für Menschen mit pädophilen Neigungen.
Eine genaue Definition dieser Straftat ist für den Gesetzgeber offensichtlich schwierig. Die internationale Vereinigung ECPAT (End Child Prostitution, Child Pornography, and Trafficking of Children for Sexual Purposes) – Stoppt die Kinder-Prostitution, die Kinderpornographie und den Kinderhandel zum Zwecke sexueller Ausbeutung – definiert die sexuelle Ausbeutung der Kinder folgendermaßen:
“Die Verletzung der fundamentalen Rechte der Jungen und Mädchen. Darunter ist der sexuelle Missbrauch durch eine erwachsene Person zu verstehen, ebenso wie die hierfür geleistete Bezahlung, wodurch das Kind wie ein sexuelles und kommerzielles Objekt behandelt wird. Die kommerzielle sexuelle Ausbeutung von Kindern ist eine Form von besonders brutaler Gewalt und repräsentiert eine der schlimmsten Formen von Sklaventum”.
Ausmerzung der Möglichkeiten zum Missbrauch
Die Gruppierung „Neumond“, unter der Leitung von Raquel Fernández, kämpft für die Rechte der Kinder. Das Projekt stellt sich folgenden Aufgaben:
“Die Möglichkeiten, die zu einer sexuellen Ausbeutung der Kinder führen, müssen ausgemerzt werden, damit die Rechte der Kinder und Jugendlichen nicht weiterhin verletzt werden können“.
Die wichtigsten Herausforderungen, die sich „Neumond“ stellt, sind zunächst: “Die Eingliederung kultureller Minderheiten in die Gesellschaft, Bewusstseinsveränderung der Bürger hinsichtlich Geschlecht und sexueller Identität, Ausmerzung von Diskriminierung, sozialer wie institutioneller Gewalt gegen Kinder und Jugendliche, Durchführung von vorbeugenden Lehrprogrammen auf formellem und nicht formellem Niveau (Schulen, Gemeinden) innerhalb urbaner und ländlicher Gebiete”.
Weitere Aktionen sind: “Eine umfangreiche Aufklärungsarbeit innerhalb von Gesellschaft, Staat, lokalen, regionalen und nationalen Instanzen und die feste Einrichtung eines Programmes als integrale Anlaufstelle. Die Bewusstseinsveränderung kann nur im Rahmen eines fortwährenden Prozesses stattfinden, einzelne isolierte Aktionen helfen nicht”.
Unter Berücksichtigung der besonderen Gegebenheiten im Dreiländereck Argentinien, Brasilien und Paraguay bei der Bekämpfung der sexuellen und kommerziellen Ausbeutung der Kinder und Jugendlichen, weisen die örtlichen Vereinigungen, die zum Schutz der Kinder gegründet wurden, auf eine dringend erforderliche Zusammenarbeit hin. Amtshilfen in Sachen Strafrecht, eine Koordination der öffentlichen Politik im Bereich Sozialhilfe, Gesundheit, Ausbildung und Menschenrechte sind unerlässlich.
Um dieses Ziel zu erreichen, wird die technische und politische Unterstützung aller auswärtigen Ämter dieser drei Länder gefordert. Die Idee ist, dass sich die nationalen Kommissionen gegen die Kinderarbeit von Brasilien, Argentinien und Paraguay an die Spitze dieses Unterfangens stellen sollen. Hierfür soll die parlamentarische Kommission des Mercosur (brasilianische Seite) Diskussionsstandort sein. Die Zusammenarbeit zwischen den zentralen und lokalen Ämtern muss auf eine Weise geführt werden, dass eine Erreichung der Zielsetzung weder von Bürokratie noch durch lokalen Druck beeinflusst oder gar behindert werden kann.
Bis es soweit ist und tatsächlich einmal staatliche Organe koordiniert die Kinder vor sexuellen Übergriffen und kommerzieller Ausbeutung schützen, werden noch viele Kinder mit einem Leid belastet werden, das sie ihr gesamtes Leben mit sich tragen müssen.
Den Erwachsenen jedoch, die sich brutal an Kindern und Jugendlichen vergreifen, droht im Falle einer Verhaftung in Paraguay ein Schicksal, das dem Schicksal eines missbrauchten Kindes sehr nahe kommt. Der 54-jährige Belgier Jean-Claude Batiste, der wegen diesem Delikt in ein paraguayisches Gefängnis kam, wurde innerhalb der ersten Woche seines Aufenthaltes 28mal vergewaltigt. Desweiteren wurde er von seinen Mitgefangenen täglich schwer gefoltert, die Wärter sahen weg.
Am 3. September des vergangenen Jahres wurde in Lambaré, einem Stadtviertel der Hauptstadt Paraguays eine männliche Leiche gefunden. Der Penis war abgeschnitten und steckte im Mund des Opfers. In der Reisetasche , die neben dem Opfer lag, befand sich unter anderem ein Kinder-Pornofilm und ein deutscher Pass.









Schreiben Sie Ihre Meinung!