Wirtschaftskrise auch in Paraguay
Die Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise zeigen sich auch in Paraguay immer deutlicher. Allein im ersten Monat des neuen Jahres 2009 verloren 6.000 Menschen ihren Arbeitsplatz aufgrund von Firmenschließungen, hervorgerufen durch die internationale Finanzkrise.
Diese Information veröffentlichte der Vizeminister für Justiz und Arbeit in Paraguay, Raúl Mongelós. Der Beamte erklärte vor Pressevertretern, dass zwanzig Betriebe in der Hauptstadt und deren unmittelbarer Umgebung, ihre Produktion einstellen mussten. Die offizielle Anzahl der gekündigten Arbeiter und Angestellten sei mit 2.500 Personen angegeben. Da jedoch in Paraguay sehr viele Menschen ohne Arbeitsvertrag arbeiten, läge die tatsächliche Anzahl bei 6.000 Personen.
Mongelós erklärte weiter, dass derzeit durchschnittlich vier Betriebe pro Woche im Ministerium um Abmeldung ihrer Aktivitäten ersuchen. Die Verkaufszahlen der letzten sechs Monate seien drastisch zurück gegangen und die wenigen Einkünfte können die Personalkosten nicht mehr tragen.
Aniano Orué, Beauftragter der Arbeitgeber-Föderation für Produktion, Industrie und Handel (Feprinco) erklärte im Arbeitsministerium: „Derzeit schließen die internationalen Märkte, weshalb wir unsere landwirtschaftlichen Erzeugnisse wie Weizen, Soja, Mais und Sonnenblume nicht mehr verkaufen können”.
Er fügte hinzu: “Sowohl die produzierenden als auch die verarbeitenden Betriebe benötigend dringend den Anti-Krisenplan der Regierung“.
Derzeit hat der Minister für Ökonomie für den dringenden Notfall 800 Millionen Dollar von der Interamerikanischen Entwicklungsbank und der Weltbank in Aussicht gestellt, um damit die “infrastrukturellen Investitionen” zu sichern.
Während einer Pressekonferenz erklärte der Minister für Landwirtschaft und Viehzucht, Cándido Vera, das lokale Kreditsystem sei gesund und die Produzenten könnten innerhalb der gesetzlichen Regelungen die Kredite aufnehmen, die sie benötigen.
Die offizielle Arbeitslosenrate in Paraguay liegt bei 13 % der arbeitenden Bevölkerung, die ca. 3 Millionen Personen ausmacht. Die Gesamtbevölkerung von Paraguay beträgt offiziell 6,8 Millionen, wobei 58 % der Bevölkerung als arm gilt.
Die erste Konsequenz der international schwierigen Finanzlage war die Anhebung des Dollarkurses auf dem lokalen Markt, der von Juli 2008 bis Januar 2009 um 23 % anstieg.
Die steigende Anzahl von Entlassungen sorgt für Unmut bei den Bürgern. Sie beschweren sich darüber, dass die Verantwortlichen des Landes der fatalen Situation nicht mit den erforderlichen Mitteln entgegen treten. Gerade jetzt, während der Karnevalszeit wird kritisiert, dass die Politiker sich offensichtlich lieber auf den diversen Festen und Umzügen zeigen, als an ihren Arbeitsplätzen.











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